Two new publications on the research in Marburg

Jürgen Hanneder: Marburger Indologie im Umbruch. Zur Geschichte des Faches 1845-1945. Antrittsvorlesung von Jürgen Hanneder. München: Kirchheim 2010 (Indologica Marpurgensia; 1). ISBN 978-3-87410-140-0.

Viele der kleinen Indologien in Deutschland waren wissenschaftliche Schwergewichte, welche die internationale Forschungslandschaft dominierten. Mit den idealen Betreuungsverhältnissen von “Elite -Universitäten”, welche geringe Studentenzahlen ermöglichen, konnten sie die nächste Forschergeneration ausbilden, die enorme Fortschritte in der Erforschung der Geschichte des indischen Kulturraumes erzielten. Dennoch mussten sie immer wieder um die Besetzung der meist einzigen Stelle in einem Institut bangen und sich für die kleine Zahl von Studenten oder ihr vermeintlich unbedeutendes, ineffektives Fach rechtfertigen – daran hat sich bis heute nichts geändert. Marburger Indologie im Umbruch erzählt die Geschichte eines dieser Standorte von seiner Gründung im Jahre 1845 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, jedoch mit einem kleinen Ausblick auf jüngere Entwicklungen. Besonders berücksichtigt wird dabei die Entwicklung der Indologie und ihre Inanspruchnahme für ideologische Zwecke im Nationalsozialismus.

Margot Kraaz / Martin Kraaz: Carl Cappeller, Moriz Winternitz, Theodor Zachariae – drei berühmte Indologen. München: Kirchheim 2010 (Indologica Marpurgensia; 2). ISBN 978-3-87410-141-4.

Die hier erstmals vollständig publizierten Biographien belegen als solche die Kontinuität indologischer Forschung und Lehre in Marburg. Sie entstanden als Referate von Studenten in den Jahren 1962–64 unter dem auch fachgeschichtlich interessierten Ordinarius Wilhelm Rau. Von drei dieser berühmten Indologen zeichnen sie Leben, Werk, wissenschaftliche Verdienste und heute noch aktuellen Wert nach. Carl Cappeller (1840–1925) haben vor allem seine Wörterbücher neben den Schriften über indische Kunstdichtung bekannt gemacht. Aus dem riesigen Werk von Moriz Winternitz (1863–1937) ist die immer und auch heute unverzichtbare Geschichte der indischen Literatur hervorzuheben. Sein Werksverzeichnis umfasst über 50 Jahre reichster Veröffentlichungstätigkeit. Auch Theodor Zachariaes (1851–1934) hauptsächliches Forschungsgebiet ist die Lexikographie. Seine ,bedeutendste Publikation’ Die indischen Wörterbücher erschien 1897 in Band 1 des Grundriß der Indo-Arischen Philologie und Altertumskunde.

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